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Tränenharz III – Noch mehr angespannte Verhältnisse

Aus Styrvakes Journal – 9. Travia 1023 BF –  Wir hatten am 6. Travia endlich Gerasim gemeinsam mit der Karawane verlassen und bis hier her war die Reise ereignislos. Damiano war zurück geblieben würde uns aber bald folgen. Hingegen hatte sich Dermot der Jüngere von Paavi von uns getrennt und war nun auf dem Weg nach Riva.

Die Karawane hielt auf einen schmalen Pass zu aber man konnte schon aus der Ferne erkennen, dass der Weg blockiert war. Anscheinend hatte eine norbardische Sippe einen Achsbruch erlitten. Dies war der Tag an dem Aurew überschnappte. Er schimpfte los, sprach von Absicht und dass sie ihn ärgen wollten. Wir verstanden zunächst nur die Hälfte, aber er schickte uns los. Wir sollten den Pass frei machen und er würde so lange warten. So trafen wir auf die Sippe der Jantareffs, die auf dem Weg zu ihrem Winterlager waren. Die Norbarden empfingen uns wie bisher alle Sippen sehr herzlich und endlich mal wurde so etwas wie gute Laune verbreitet anstatt der langweiligen morgendliche Gebete der Praioten. Wir halfen bei der Reparatur des Wagens und sowohl die Norbarden als auch die Bernsteinkarawane erreichten am Abend ein Boronkloster.

Das Kloster lag an einem Pass und war in einer alten Festung untergebracht. Wie sich später heraus stellte war es wohl eine Schenkung von einem Adligen. Es wurde geführt vom Abt Karelin. Dieser lud die Würdenträger unserer Karawane zu einem gemeinsamen Abendmahl ein. Swafnir sei gepriesen ich gehörte nicht dazu. Sheana sprach nachher von einem Festmahl des Grauens. Ich und die anderen verschonten verbrachten anstatt dessen eine gute Zeit bei den Norbarden. Wir lernten Dascha die Muhme und Fetanka die Zibilja der Jantareffs kennen und fragten hier vorsichtig nach warum denn Aurew so seltsam auf ihre Nähe reagierte. Ich hatte den Eindruck, dass die Norbarden mit der Wahrheit hinter dem Berg hielten. Das war mir persönlich aber auch recht schnell ziemlich egal, da alsbald die schöne Raduschka Jantareff in meinen Armen lag. Nur noch aus den Augenwinkeln nahm ich wahr, das Danjov von Minka Jantareff nach allen Regeln der Kunst verführt wurde.

12. Travia 1023 BF – Wir hatten verabredet das beide Treks in gebührendem Abstand zu einander weiter reisen würden, aber Aurews Laune hatte sich in den letzten Tagen immer weiter verschlechtert. Das lag wohl auch daran, dass dann doch abends die beiden Reisegruppen so nah aneinander lagen, das ich und Danjov nach Sonnenuntergang immer wieder zu den hübschen Norbardinnen gingen. Wir hatten noch versucht etwas mehr über diese angespannte Beziehung zwischen den Norbarden und Aurew zu erfahren, hatten aber nur komisches Zeug gehört. Von einem Fluch des Praios, den die alte Zibilja Jaminka auf die Sippe gezogen hätte und der sich nun langsam in Wohlgefallen auflöste seit dem Fetanka diese Aufgabe inne hatte. Unser Beziehung zu den Praioten war unterdessen auch nicht gerade besser geworden, da Lyosho am Tag der Abreise vom Boronkloster beobachtet hatte, wie vermutlich der Abt Karelin abermals irgendetwas mit Reto von Sturmfels ausheckte und ihm etwas zugesteckt hatte. Der Magier hatte versucht herauszufinden um was es sich handeln könnte, aber war dabei erfolglos geblieben.

An diesem Morgen nun verabschiedeten sich Akku, Tsaekal und Balthasar von uns. Akku wollte Buße für seine Sünden in einem nahe liegendem Heiligtum tun und hatte meine beiden Gefährten um Hilfe gebeten. Sie würden am morgigen Tag wieder zu uns stoßen. Das wäre dann schon in Mahrenhus. Bevor wir Marenhus erreichten, trafen wir auf Jaminka Jantareff zwischen ein paar Bienenstöcken, die sie pflegte. Wir ergriffen die Gelegenheit und fragten auch sie nach dem Fluch und diesem seltsamen Verhältnis zu Aurew, aber unsere Unterhaltung wurde jäh unterbrochen. Vor ihrer Hütte war ein Mann zu Pferd aufgetaucht, wie sich später heraus stellen sollte der Baron Mertens von Mahrenhus. Jaminka und er unterhielten sich über irgendeinen Mann und eine Frist. Die Norbardin machte Ausflüchte und der Baron zog alsbald von dannen. Jaminka verweigerte freundlich unsere Nachfragen zu dieser Situation.

Nur etwas weiter von Jaminkas Hütte erreichten wir dann endlich die kleine Stadt Mahrenhus. Damit war unser Kontrakt mit der Bernsteinkarawane endlich erfüllt. Wir wurden von Mertens freundlich empfangen und staunten nicht schlecht über dessen offensichtlichen Reichtum. Wo dieses Vermögen allerdings in dieser unwirtlichen Gegend herkam, blieb uns schleierhaft. Wir stellten wie immer Wachen auf und Lyosho schmunzelte darüber als er sah, dass in Danjovs Zelt eine junge Norbardin verschwand.

13. Travia 1023 BF –  Das Erste was auffiel war, dass das Frühstück noch nicht bereitet war. Anscheinend war die Nacht anstrengend gewesen für die Ausdauer des jungen Danjov, scherzte Lyosho. Doch uns blieb allen bald das Lachen im Halse stecken, als wir ihn in seinem Zelt tot auffanden. Er hatte eine klaffende Dolchwunde und wir entdeckten sogar noch die Tatwaffe, einen verzierten Dolch den üblicherweise Norbarden verwendeten. Diese Spur war so augenfällig, dass keiner von uns so recht glauben wollte, das die Jantareff Sippe etwas damit zu tun haben sollte. Wir berieten uns kurz und berichteten dann zunächst der Praios Geweihten Aldare.  Die veranlasste zunächst die weiteren Schritte und informierte dann den zutiefst bestürzten Aurew über den Fund. Wie es unser Plan war, konnte sie ihn auch gleichzeitig von einem Massaker an den Norbarden abhalten. Wir hatten unterdessen Zeit den Tatort zu untersuchen. Isbloom verstand sich hervorragend auf das Spurenlesen und fand heraus, dass der Täter in seinen eigenen Spuren das Zelt wieder verlassen und etwas außerhalb verwischt hatte. Wir hatten es also mit einem Profi zu tun.