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Die Versammlung der Waldmenschen – Teil 1

01. Juni 2949 D.Z. – Waldtor

Ennalda erwartet uns mit gewohnt warmen Worten: sie meckert, weil wir ihrer Meinung nach zu spät ankommen. Wie gewohnt beachten wir das aber auch nicht weiter und machen uns schnurstracks auf den Weg Richtung Beorns Haus.

02. Juni 2949 D.Z. – Östliches Gasthaus

Wir erreichen im Laufe des Tages das uns wohlbekannte Östliche Gasthaus. Hier stellt Ferdibrand erschrocken fest, dass Agatha und Dodi das Haus nicht mehr bewirtschaften. Agatha, so wird uns erzählt, hat sich ob der größeren Probleme in der Gegend in der letzten Zeit nicht mehr sicher gefühlt und konnte Dodi überzeugen, zurück in die Heimat zu ziehen.

Die größeren Probleme sind hauptsächlich marodierende Viglundinger, die schon mehrere Höfe der Beorniger überfallen und dabei auch Gefangene gemacht haben. Ich wundere mich, das Beorn das so geschehen lässt.

Des Weiteren erfahren wir, das unser früherer Gefährte Leudast bei dem Versuch, seine Schwester im Norden zu finden, verschollen ist und das seit gut einem Jahr. Wir übernachten hier, um uns am nächsten Tag frühzeitig wieder auf den Weg zu machen.

03. Juni 2949 D.Z. – Beorns Haus

Heute erreichen wir Beorns Haus. Wir treffen ihn auch an, erfahren aber nichts wirklich weltbewegendes. Dafür gibt es bestes Essen mit wieder mal unübertroffenem Honigkuchen.

04. Juni 2949 D.Z. – Alte Furt

Nachdem wir am Morgen Beorns Haus gestärkt verlassen haben, erreichen wir das Gasthaus an der Alten Furt. Dort ist alles ruhig, die Wirtstöchter sind immer noch hübsch anzusehen und wir treffen noch Osred den Reiter, der für diese Gegend hier nichts auffälliges berichten kann. Wir betraten noch über den schnellsten Weg nach Waldhall und legen uns dann zur Ruhe.

15. Juni 2949 D.Z. – Waldhall

Nach einigen Tagen Reise, auf denen nichts aufregendes passiert, erreichen wir endlich Waldhall. Hier erfahren wir, das vor kurzem zwei abgelegene Höfe im Süden überfallen wurden. Es soll sich bei dem Angreifer um „Menschenfluch“, angeblich ein verzauberter Troll aus Dol Guldur, handeln.

Der Vertreter des Hauses hier ist Ingomer Axtbrecher, der seit 20 Jahren der Kriegsführer der Waldmenschen ist. Hauptsächlich deswegen, weil seit 20 Jahren kein neuer gewählt wurde, da es keinen Grund dafür gab. Ingomer ist mit seinem Sohn Iglund schon aufgebrochen.

Wir erfahren noch, dass es nördlich von Waldhall ein paar Probleme mit Gesetzlosen gibt. Dabei soll es sich um Verstoßene der Waldmenschen handeln. Der Fluss hier ist dafür sehr ruhig und fischreich wie seit Jahren nicht mehr. Vor kurzem sollen ein paar Fischer von Spinnen angegriffen worden sein, was sehr ungewöhnlich ist. Ihnen wurde allerdings von den Flussmaiden geholfen, bei denen es sich wohl um eine Art Feen handelt, die im Fluss leben und den Waldmenschen wohlgesonnen sind. Wir machen uns am nächsten Tag auf Richtung Waldmenschenstadt.

18. Juni 2949 D.Z. – Waldmenschenstadt

Heute kommen wir in der Waldmenschenstadt an. Es ist zwar einiges los, aber die wichtigsten Personen sind schon zur Versammlung abgereist. Daher rasten wir nur und ziehen weiter.

21. Juni 2949 D.Z. – Rhosgobel

Endlich sind wir in Rhosgobel angekommen. Es ist viel los hier, fast hat es schon Marktatmosphäre. Wir sehen einige bekannte Gesichter aus dem Anduintal. Zunächst beschließen wir aber, zu Radagast zu gehen. Radagasts sprechendes Eichhörnchen öffnet uns die Tür. Radagast ist anwesend und sitzt grübelnd an seinem Schreibtisch.

Er hat einige Neuigkeiten. Die Festung Sumpfbrück ist in Orkhand, um welchen Stamm es sich handelt, wissen wir aber nicht. Der Späher Beran war am Tyrannenhügel, etwa 50 Meilen nördlich von Dol Guldur. Diese Festung ist in der Hand von schwerbewaffneten Nordmenschen mit Kettenhemden und Jagdhunden. Aber entgegen erster Befürchtungen sind das offensichtlich Feinde der Orks, da letztere von ihnen gejagt werden. Es sind um die 100 Mann und nur wenige Frauen, woher sie so plötzlich gekommen sind, weiß man nicht. Nach dem Gespräch mit Radagast bietet er uns eine Bettstatt, was wir auch annehmen.

22. Juni 2949 D.Z.

Wir wachen am nächsten Morgen ausgeruht auf. Radagast ist nicht anwesend, aber sein Eichhörnchen hat sich so gut es ging um das Frühstück gekümmert. Nach dem Frühstück machen wir uns gleich wieder auf den Weg zurück nach Rhosgobel.

Wir erfahren, dass mittags die Versammlung abgehalten werden soll, also sehen wir uns etwas um, essen und warten. Wir sehen nun einige bekannte Gesichter: Hartfast ist da, Alaric, der oberste Bote Friedwald und andere. Ebenso stehen hier Amaleoda, Schildmaid vom Schwarzen Bergsee, mit Gefolge und auch Caewin der Freigiebige, der Anführer der Menschen der Ostbucht.

Die Versammlung beginnt nun. Zunächst geht es um für uns uninteressante Themen wie Aufteilung von Jagdgründen und ähnliches. Später wird es interessanter. Amaleoda stellt sich vor und beantragt, Teil der Waldmenschengemeinschaft zu werden. Sie präsentiert einen Plan zur Besiedlung der Gegend um den Schwarzen Bergsee, damit sich Waldmenschen aus anderen Städten ansiedeln können. Danach stellt auch Ceawin seine Sache vor, bietet Erzeugnisse aus den fruchtbaren Böden der Ostbucht und bittet im Gegenzug um Hilfe der Waldbesiedelung.

Danach gehen die Beratungen los, bevor aber abgestimmt werden kann, hört man plötzlich Geräusche. Es sind Hörner und kurz danach sieht man einen Trupp Reiter von Fußvolk begleitet. Alle sind gut gerüstet und schwer bewaffnet, die Fußsoldaten haben zum Teil große Jagdhunde dabei. Es sind jeweils zwölf Reiter und Fußsoldaten. Den Anschein eines Angriffs hat es nicht, die Hörner erklangen recht früh und Waffen hat keiner gezogen.

Der Anführer des Trupps nimmt seinen Helm ab und tritt vor. Er behauptet, er sei Ingold, der Erstgeborene von Ingomer (von dem wir erfahren haben, dass er vor vielen, vielen Jahren im Wald verschwand und nie wieder auftauchte)! Er nennt sich jetzt Mogdred und führt die Menschen an, die den Tyrannenhügel besetzt haben. Er ist forsch und wenig diplomatisch, er „bietet“ mit seinen Truppen Schutz gegen die Gefahren des Waldes wie z.B. Orks und will dafür einen Sitz im Ältestenrat, Gold und Frauen für seine Soldaten. Um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen kippt er noch zwei Säcke mit abgeschlagenen Uruk-Köpfen aus.

Abgesehen davon, dass ich mich frage, wer diese Sauerei wieder wegmacht, finde ich eine Forderungen überzogen, frech, ja eigentlich anmaßend. Ingomer derweil ist völlig platt und sitzt mit leeren Augen auf einem Baumstumpf. Der Rest der Versammlung fängt an zu diskutieren.

Wir entscheiden, zunächst einmal mit Mogdred selber zu sprechen, bevor wir uns ein Bild machen können. Mogdred selber ist im Gespräch mit uns nicht so harsch und unsympathisch wie vor der großen Versammlung. Er gibt an, viele Jahre in den Kerkern von Dol Guldur gefangen gewesen zu sein, bis er mit einigen anderen von dort entkommen konnte. Von dort konnten sie auch Waffen und Ausrüstung mitnehmen, was ihre gute Ausrüstung erklären soll. Wie alle entkommen sein wollen, erklärt er allerdings nicht. Zumindest aber deutet er Verhandlungsbereitschaft an, was seine Forderungen angeht.

Ich bin nach wie vor nicht sonderlich überzeugt, dass man ihm vertrauen soll. Offensichtlich ist er ein Feind der Orks und falls er wirklich aus Dol Guldur entkommen ist, sicherlich auch ein Feind der Mächte dort. Zudem können 100 bewaffnete und kampferfahrene Krieger immer helfen. Das spricht für ihn.

Aber was wissen wir von ihm? Nichts, nur das, was er behauptet. Es war noch niemand im Tyrannenhügel und seine Erklärungen sind nicht verifiziert. Zudem weiß niemand etwas über seine Pläne. Will er seßhaft werden? Will er nur Krieg gegen Dol Guldur führen? Und was würde passieren, wenn man ihn nicht aufnimmt? Soll er den Waldmenschen den Krieg erklären? Dann hätte er nur Feinde um sich herum und auf Dauer gar keine Überlebenschance. Ich finde, man müsste ihm erst mal die Gelegenheit geben, seine guten Absichten zu beweisen. Aufnehmen kann man ihn immer noch. Zumal bis auf Orks, die ja schon immer da waren, keine Gefahr droht. Um jeden Preis muss man keine Verbündeten suchen.

Meine Gefährten wollen allerdings die Aufnahme seiner Truppe befürworten und ich beuge mich der Mehrheit. Wir reden nacheinander mit Hartfast, Amaleoda, Ceawin und Ingomer. Denen empfehlen wir, auf Mogdreds „Angebot“ zumindest zum Teil einzugehen. Es macht den Anschein, als hätten wir das auch geschafft. Alaric, Friedwald und Awina sind dagegen als traditionell einzuschätzen und so ist es dann auch: Alaric ist gegen die Aufnahme und lässt sich auch nicht überzeugen.

Am Ende kommt es dann zur Abstimmung; Amaleoda wird als Haus Schwarzhall aufgenommen, Ceawin ebenfalls als Haus Sonnstatt. Auch Mogdred wird aufgenommen, wenn auch nicht gerade mit überwältigender Mehrheit.