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Der Himmelsturm III – Pforte des Grauens

Die unteren Stockwerke waren, wie schon erwähnt, größer als die oberen und hier war es auch, dass die Gruppe auf etwas stießen, das ebenso wie ein Wunder aussehen mochte: Ein Wald. Ja, richtig, ein Wald. Kein Garten oder gar eine Parkanlage, nein ein richtiger Wald. Die Ausmaße des Waldes konnte die Gruppe nicht genau bestimmen, aber nachdem sie Stunden durch den Wald marschiert waren, beschlossen sie schlussendlich ihn zu verlassen. Doch das sollte schwieriger werden, als angenommen, denn der Ausgang war nicht für jeden auf Anhieb zu finden. Aber mit gemeinsamer Hilfe gelang es ihnen dann doch, diesen Zauberwald heil zu verlassen.
Auch gab es weit angelegte Parkanlagen, in denen alle mögliche schöne Pflanzen und Blumen in voller Pracht blühten. Und den sprechenden Raben. Der sprechende Rabe war einer von vielen Raben, die es in den Parks und Gärten gab, aber das Besondere an ihm war, dass er wie ein Prophet stets Auszüge aus einer Prophezeiung von sich gab. Die Verse schienen stets willkürlich zu sein und fraglich ist auch wer ihm diese beigebracht hat…
Nun unsere Helden stiegen weiter den Turm hinab, als sie ungefähr das erreichten, was man als Erdgeschoss bezeichnen würde.
Dort, an der bisher breitesten Stelle des Turmes, staunte die Gruppe nicht schlecht, als sie eine weitere, riesige Parkanlage vorfanden. Nach kurzem Erkunden trafen sie dann auf eine der hier ansässigen schwarzen Elfen, die anscheinend ahnungslos in einem Teich badete. Da sie es nicht riskieren konnten, dass die Elfe Alarm schlug, beschloss der Kapitän sie gefangen nehmen zu lassen. Aufgrund des Überraschungsmoments gelang es ihnen dann schließlich besagte Elfe festzunehmen und zu befragen. Doch ehe sie irgend etwas wichtiges von sich geben konnte, stürzte sie sich freiwillig und voller Inbrunst in das Schwert Ramons. Perplex und gleichzeitig angewidert marschierte die Gruppe dann weiter, bis sie auf einen Pavillon trafen, von dem aus eine weitere Treppe in den Boden führte. Gesäumt wurde er von einer steinernen Statue eines Greifens. Ahnungslos machte sich die Gruppe dann daran die Treppe zu nehmen, doch kurz bevor diese sie erreichen konnte, wurde die Statue mit Leben erfüllt und sprang einen der Expeditionsteilnehmer an. Die arme Halberra wurde unter dem massiven Körper der Statue wie Grashalme unter einem voll beladenem Karren zermalmt. Nachdem der anfängliche Schock überwunden war, kam es erneut zum Kampf. Dieser War ebenfalls mehr als waghalsig und gefährlich, doch mit vereinten Kräften gelang es ihnen das steinerne Untier in Stücke zu schlagen. Nachdem sich vergewissert wurde, dass es allen gut gehe und die Tote begraben wurde, fassten sie sich ein Herz und stiegen weiter die Treppe in die Kellerräume des Turmes hinab.

Die Treppe führte zu einem großen Raum, der sich später als „Tempel der Erleuchtung“ herausstellen sollte. Es gab einen Altarraum und einen Raum, in dem anscheinend der Oberpriester zu residieren pflegte. Von diesem aus führte eine kleine Treppe weit nach oben. Von der Neugier gepackt, stieg eine kleine Gruppe die Treppe hoch und nach einer halben Stunde des Steigens erreichten sie den Raum, in dem sich Ometheons Mordszene auf ewig wiederholt.
Vom Tempel der Erleuchtung ging es dann weiter hinab in den Raum der Offenbarung. Die einzige Offenbarung, die die Helden hier hatten war, dass dies nur ein Euphemismus für eine Folterkammer war. Rillen im Boden führten zu einem Loch, aus dem es rötlich nach oben schimmerte und auch die umher liegenden Folterinstrumente ließen keinen Zweifel aufkommen, wozu dieser Raum regelmäßig genutzt worden war. Hinter diesem Raum gelangten sie zu einem Flur, in dem sich ein Bild eines Magiers befand, der an seiner Seite eine Chimäre kraulte. Das Bild trug auch eine Signatur: „Zurbaban von Frigorn“, stand dort geschrieben.
Ein weiteres Erkunden führte sie dann in einen Raum, in dem 6 gläserne Zylinder aus dem Boden ragten und die alle mit einer trüben, zähflüssigen Masse und jeweils einer grotesk aussehenden Gestalt gefüllt waren. Als sie die Helden einer Tür näherten, die mit dämonisch anmutenden Fratzen verziert war, verschwand einer der Zylinder und die darin enthaltende Chimäre griff die Gruppe an. Wieder einmal kämpfte die Gruppe um ihr Leben und kam siegreich davon.
Hinter besagter Tür befand sich ein Raum in dem ein Tridekagramm in den Boden eingelassen worden war und aus dessen Mitte aus starker Sog alles in die Mitte heranzog. An einer Ecke des Raumes stand ein Podest, auf dem sich ein offenes Buch befand. Was das genau für ein Buch war, darüber ist nichts überliefert worden. Einige Skalden berichten es handle sich um die 13 Lobpreisungen des Namenlosen, andere schwören darauf, dass es das Große Elementharium gewesen sei, wiederum andere sagen, es müsse sich um das legendäre Daemonicum handeln und andere behaupten, dass sich die Seiten zu Staub zerfallen seien, als die Helden das Buch berührten.
Was auch immer die Gruppe dort gefunden hat, wir werden es niemals mit Sicherheit erfahren.
Bevor sie die Treppe weiter hinab stiegen, riskierten sie einen Blick in eine der vielen kleinen Zellen, die es in dieser Etage gab und stellten mit Erstaunen fest, dass sich tatsächlich jemand in einer dieser Kammern befand. Eingesperrt fanden sie einen verwirrten und Magus, der seinen Verstand mittlerweile ganz und gar verloren hatte.
Der darunter liegende Raum war eine Halle mit alten Folianten. In deren Mitte stand ein auf einem Podest ein alter Foliant, in dem diverse Namen und Wappen geschrieben standen und die allesamt durchgestrichen worden waren. Jemand hat also systematisch dafür gesorgt, dass ganze Familien ausgerottet wurden. Des weiteren gab es dort 3 kleine Kammern, deren Türen aus Blei bestanden und deren Wände alle beschrieben und beschmiert waren. Es handelte sich dabei um Botschaften, Warnungen oder auch Flüche von den unzähligen Gefangenen, die hier gehalten worden waren. Interessant war, dass eine der Botschaften von einer Stadt weit im Süden namens Tie’Shianna und deren König Fenvarien erzählte. Auch war es der größte Wunsch eines der ehemaligen Gefangenen gewesen, dass es zu einem Frieden zwischen den Elfen und ihren Göttern käme.
Da die Geschehnisse immer bizarrer und auch gefährlicher wurden, beschloss der Kapitän wieder einen Spähtrupp bestehend aus Crottet, dem Nivesen, und dem Jäger Tjalf zu bilden. Beide sollten wieder möglichst ohne entdeckt zu werden die tiefer liegenden Etagen auskundschaften. Als ob der Kapitän geahnt hätte, was nun geschehen würde, erwies sich dies als eine mehr als glückliche Fügung.
Kurz nachdem beide entsandt worden waren, vernahmen die Zurückgebliebenen einen dumpfen Fluch, gefolgt von einem kurzen Aufschrei. Herzschläge später standen beide Späher, Crottet blutend mit einem Pfeil im Körper und Tjalf ihn stützend, vor den Wartenden Helden. War die Situation klar: Die Expeditionsgruppe war entdeckt worden!
Sofort machten sich alle schleunigst daran ihre Sachen zusammen zu packen, und den Turm wieder nach oben zu steigen, als man schon von unten den Lärm der Verfolger vernehmen konnte. So war es dann, dass die kleine Gruppe ihr Heil in der Flucht suchen musste und zurück zu ihren fliegenden Seglern, die sich auf der obersten Etage des Turmes befanden, gelangen mussten. Mit knapper Not gelang es ihnen schließlich die Segler rechtzeitig zu erreichen und somit von diesem schrecklichen Turm zu entkommen. Während der Verfolgung erzählten beide Späher was sie gesehen hatten und wie es zu ihrer Entdeckung kam:
Weit unten in den Tiefen des Turmes entdeckten beide eine unzählige Menge an arbeitenden Sklaven, die von den grausamen Elfen ständig bewacht und malträtiert wurden. Auch gab es Anzeichen, dass die Treppe weiter in die Tiefe führte aber ein Durchkommen war einfach nicht möglich gewesen. Bevor sie eingreifen und die Sklaven befreien konnten, wurden sie schließlich entdeckt und einer der Wächter schoss einen Pfeil auf Crottet ab, der dann schwer getroffen zu Boden fiel und schließlich von Tjalf gestützt werden musste.